Kennzahlen
Unter Kennzahlen definiert Ihre Organisation ihre eigenen Kennzahlen. Sie beschreiben in einem kurzen Ausdruck, was in einem einzelnen 15-Minuten-Intervall gemessen werden soll. Den Rest übernimmt die Plattform: Sie wendet Ihren Ausdruck auf jede Anlage an, über den Zeitraum, den ein Bericht abdeckt, und verdichtet die 15-Minuten-Werte zu der Zahl, die Sie sehen möchten.
Eine Kennzahl wird einmal für die gesamte Organisation definiert und steht anschließend auf jeder Anlage zur Verfügung — Sie schreiben eine Kennzahl nie „für eine Anlage".
Wo Sie die Funktion finden
Öffnen Sie die Seite Berichte einer beliebigen Anlage und wechseln Sie auf den dritten Reiter Kennzahlen. Die Liste, die Sie dort sehen, gehört Ihrer Organisation; die Anlage ist lediglich der Ort, an dem Sie sie betrachten und testen.
- Organisationsadministratoren erstellen, bearbeiten und löschen Kennzahlen.
- Alle Mitglieder sehen die Kennzahlen und können sie in Berichten verwenden.
Eine Kennzahl definieren
Eine Kennzahl besteht aus einigen beschreibenden Feldern und einem bis drei Ausdrücken.
Mit Neue Kennzahl entsteht die Kennzahl sofort, und von da an wird jede Änderung beim Tippen gespeichert — eine Statusanzeige zeigt Wird gespeichert und anschließend Gespeichert; ein eigener Schritt zum Bestätigen entfällt. Solange ihr Ausdruck nicht gültig ist, bleibt die Kennzahl ein Entwurf: Die Tabelle kennzeichnet sie mit der Markierung „Entwurf", und ein Entwurf wird in einem Bericht nie als Datenquelle angeboten. Sobald der Ausdruck gültig ist, verschwindet die Markierung und die Kennzahl ist überall verwendbar.
- Name, Beschreibung, Einheit — so erscheint die Kennzahl in der Datenauswahl des Berichts und im fertigen Bericht.
- Ausdruck — was in einem 15-Minuten-Intervall gemessen wird. Geschrieben wird er in MetricsQL, der Abfragesprache des Zeitreihenspeichers der Plattform. Sie schreiben ausschließlich den Teil für ein Intervall: Anlage, Zeitfenster und Verdichtung ergänzt die Plattform. Nennen Sie im Ausdruck niemals eine Anlage oder eine Organisation — das wird abgelehnt, denn dieselbe Kennzahl muss auf jeder Anlage funktionieren.
- Verdichtung — wie aus den 15-Minuten-Werten eine Zahl wird:
- Mittelwert — der Durchschnitt der Intervallwerte
- Summe — die Summe der Intervallwerte
- Quote — der Anteil der erwarteten Intervalle, in denen der Ausdruck 1 war
- Letzter Wert — der Wert am Ende des Zeitraums
- Erwartung (optional, für die Verdichtung „Quote") — ein zweiter Ausdruck, der festlegt, welche Intervalle überhaupt zählen, zum Beispiel „es ist Tag". Ein Intervall ohne Erwartung zählt nicht; ein erwartetes Intervall ohne Messwert gilt als nicht verfügbar; ein Zeitraum ganz ohne erwartetes Intervall wird als Strich dargestellt.
- Gewichtung (optional) — ein fester Wert je Komponente, etwa deren Spitzenleistung, mit dem die Komponentenwerte zu einem Anlagenwert zusammengeführt werden. Ohne Gewichtung zählen alle Komponenten gleich.
- Ausweisen als — in welcher Form die Kennzahl antwortet. Anlagenwert liefert eine Zahl je Anlage; arbeitet der Ausdruck je Komponente, ist das der oben beschriebene gewichtete Anlagenwert. Je Komponente liefert eine Spalte je Wechselrichter, Generatoranschlusskasten, Strang oder Logger — zusätzlich zum Anlagenwert. Duplizieren Sie eine Kennzahl, wenn Sie dieselbe Größe in beiden Formen brauchen.
- Feinste Auflösung — der feinste Schritt, in dem ein Bericht die Kennzahl ausweisen darf: 15 Minuten, stündlich oder täglich. Gröbere Schritte stehen immer zur Verfügung; wählen Sie Tag für eine Größe, die nur je Tag sinnvoll ist.
Außerdem wählen Sie die Auflösung, in der die Kennzahl ausgewiesen wird: 15 Minuten, stündlich, täglich, monatlich oder ein einzelner Wert für den gesamten Zeitraum.
Während Sie tippen, prüft der Editor laufend: Syntax, unbekannte Serien (mit Vorschlägen, was Sie vermutlich gemeint haben), die Regel zur Eigenbegrenzung, ob die Ausdrücke zur gewählten Verdichtung passen, und die Größe. Ein Testlauf wertet die Kennzahl anschließend auf der aktuellen Anlage aus, und eine Vorschau zeigt eine Tabelle und eine Grafik mit jeder Wechselrichter- bzw. Komponentenspur und dem daraus entstehenden Anlagenwert für einen von Ihnen gewählten Monat, ein Quartal oder ein Jahr — eine als Anlagenwert ausgewiesene Kennzahl zeigt allein diesen einen Wert. Prüf- und Testmeldungen nennen die Anlage beim Namen, gegen die geprüft wurde.
Die Bausteine
Die Seitenleiste des Editors führt alles auf, woraus Sie bauen können — Sie müssen sich also kaum Namen merken:
- Serien — dieselben Daten wie die Datenauswahl der Berichte: Einspeisung und Produktion der Anlage, Sollproduktion und Referenzserien, Vergütung und Abregelung, Wechselrichter, Generatoranschlusskästen, Stränge, Speicher, Wetter und Infrastruktur, jeweils mit den Labels und Schritten, die sie tragen. Sie können nach Namen suchen und nach Ebene filtern; eine Markierung zeigt, welche Serien die aktuelle Anlage noch nicht geliefert hat — die Kennzahl funktioniert trotzdem organisationsweit. Was ein Bericht berechnet statt liest (Performance Ratio, Ereigniszahlen, Abrechnungsgrößen), steht am Ende als nicht ausdrückbar, damit Sie es wissen, bevor Sie es schreiben.
- Konfigurierte Stammdaten — Werte aus der Anlagenkonfiguration, keine Messwerte: DC-Spitzenleistung von Wechselrichter, Generatoranschlusskasten und Strang, Spitzenleistung der Anlage, Wechselrichterleistung der Anlage sowie Stückzahlen. Sie werden beim Ausführen für jede Anlage in die Abfrage eingesetzt, ein Ausdruck verwendet den Namen deshalb wie eine konstante Zeitreihe — etwa
powerplant_inverter_peak_power, um je Wechselrichter zu gewichten oder eine Schwelle zu setzen. Bei einer Anlage, bei der keine Komponente den Wert konfiguriert hat, bleibt die Vorschau leer; die Kennzahl selbst funktioniert auf jeder Anlage, die sie hat. Zwei davon sind zeitabhängig statt konstant: der effektive anzulegende Wert der Anlage — der leistungsgewichtete anzulegende Wert der jeweils gültigen EEG-Bänder — und der Marktwert, gegen den die Anlage abgerechnet wird, monatlich oder jährlich je nach ihrer Marktkonfiguration, beide in EUR/MWh. Sie ändern sich über die Zeit, und die Plattform setzt in jedem 15-Minuten-Slot den dort gültigen Wert ein; ein eigenes Zeitfenster brauchen sie nicht. Eine daraus gebildete Marktprämie —clamp_min(powerplant_park_eeg_value - market_marktwert, 0)— ist eine gemittelte Näherung für den Verlauf: Die Abrechnung rechnet jedes Band einzeln anteilig, der Wert ist also nie die abgerechnete Größe.
Mitgelieferte Beispiele
In der Tabelle Kennzahlen stehen bereits fünf Kennzahlen, die Mirox jeder Organisation mitliefert: Erreichbarkeit, Logger-Verfügbarkeit, Wechselrichter-Verfügbarkeit bei Tageslicht, Sonnenstunden und Verfügbarkeit Einspeisedaten. Sie tragen ein Schloss und die Markierung Beispiel — sie gehören keiner Organisation und lassen sich daher weder bearbeiten noch löschen.
Was Sie damit tun können:
- Öffnen Sie ein Beispiel und lesen Sie seine Ausdrücke. Sie zeigen genau das, was oben beschrieben ist: den Tageslichtfilter, beide Formen der Verdichtung „Quote", die Zuordnung je Komponente und eine Skalierung der Einheit.
- Starten Sie die Vorschau auf der Anlage, auf der Sie gerade sind, und sehen Sie die einzelnen Spuren und den Anlagenwert, der daraus entsteht.
- Duplizieren Sie ein Beispiel. Die Kopie gehört Ihrer Organisation, ist vollständig bearbeitbar und ist der übliche Ausgangspunkt für eine eigene Kennzahl.
Die Beispiele sind bewusst die einfache, nachvollziehbare Fassung der jeweiligen Frage; jede Beschreibung nennt, was sie nicht berücksichtigt. Die Verfügbarkeitswerte des Berichts selbst — die den konfigurierten Logger-Bestand der Anlage und ihre Abrechnungsverfahren verwenden — bleiben unverändert unter Verfügbarkeit in der Datenauswahl des Berichts. Deshalb erscheinen die Beispiele dort nicht selbst; ein Duplikat schon.
Grenzen
- Ein Ausdruck darf bis zu 4 000 Zeichen lang sein; nachdem die Plattform die Anlage ergänzt hat, weist der Speicher alles über 16 KB zurück.
- Eine Kennzahl darf auf einer Anlage höchstens 500 Serien liefern.
- Der Testlauf über einen Tag muss innerhalb von 5 Sekunden abgeschlossen sein.
- Feiner als 15 Minuten lässt sich nichts messen.
Stößt eine Kennzahl an eine dieser Grenzen, weist der Editor bereits beim Tippen darauf hin, und die Kennzahl bleibt ein Entwurf, bis Sie es beheben.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Wechselrichter-Verfügbarkeit (2 % der DC-Spitzenleistung) — der Anteil der Tageslichtintervalle, in denen ein Wechselrichter mindestens 2 % seiner DC-Spitzenleistung erzeugt hat, gewichtet nach Spitzenleistung, ausgewiesen in Prozent mit der Verdichtung Quote.
Ausdruck:
max by (inverter_id) (max_over_time(powerplant_inverter_power_ac[900s])) > bool on(inverter_id) 0.02 * powerplant_inverter_peak_power
Erwartung (welche Intervalle zählen — es ist genug Licht vorhanden):
(avg(avg_over_time(powerplant_pyranometer_radiation_power{segment_id!~".+"}[900s])) or avg(avg_over_time(powerplant_weather_radiation_power{segment_id!~".+"}[900s]))) > bool 100
Gewichtung (damit große Wechselrichter im Anlagenwert stärker zählen):
powerplant_inverter_peak_power
Eine Kennzahl mit dem Assistenten erstellen
Sie müssen MetricsQL nicht selbst schreiben. Der Assistent sitzt im Kennzahlen-Editor: Öffnen Sie Neue Kennzahl — oder eine Kennzahl, die Sie bearbeiten dürfen — und Sie finden ihn als Chat-Bereich oben rechts. Er bleibt stumm, bis Sie ihm schreiben; vorher wird nichts gesendet.
Beschreiben Sie die gewünschte Kennzahl in eigenen Worten. Der Assistent kennt bereits die Anlage, auf der Sie sich befinden, die Felder, die Sie bisher ausgefüllt haben (Name, Ausdruck, Verdichtung, …), das Ergebnis der letzten Prüfung und die Serien, die diese Anlage tatsächlich schreibt — Rückfragen nach den Grundlagen erübrigen sich damit meist. Er schlägt Ausdruck, Name und Beschreibung vor, prüft sie, zeigt eine Vorschau auf der Anlage und weist Sie darauf hin, wenn die Plattform die angefragten Daten nicht vorhält oder die Abfrage zu aufwendig wäre.
Ein Vorschlag landet in dem Moment in den Feldern, in dem er eintrifft — der Assistent bearbeitet mit Ihnen, und jede Änderung wird dabei gespeichert. Möchten Sie lieber beim Bisherigen bleiben, setzt Rückgängig am Vorschlag im Chat die Felder auf den Stand davor zurück; der Vorschlag bleibt im Chat und lässt sich erneut übernehmen. Der Assistent bringt die Arbeit selbst zu Ende: Ein Vorschlag wird in dem Moment auf der Kennzahl gespeichert, in dem er entsteht — Sie können also Ihre Anfrage abschicken, die Seite schließen und finden die fertige Kennzahl später in der Liste. Danach ist alles eine gewöhnliche Bearbeitung: Sie ändern ein Feld, starten die Vorschau erneut oder fragen nach etwas anderem.
Das Gespräch gehört zur Kennzahl, nicht zum Browser-Tab. Schließen Sie den Editor und öffnen Sie die Kennzahl erneut oder laden Sie die Seite neu: Derselbe Chat steht wieder neben den Feldern, die er geschrieben hat.
Der Chat im Editor nimmt nur Text entgegen. Fotos und Dokumente — etwa die Formelseite aus einem Vertrag — bleiben eine Funktion der vollständigen Chat-Seite; mit Im Chat öffnen nehmen Sie das Gespräch dorthin mit.
Eine Kennzahl in einem Bericht verwenden
Öffnen Sie im Berichtseditor die Datenauswahl eines Blocks und wählen Sie die Ebene Organisationskennzahlen. Ihre Kennzahlen stehen dort neben den Elementen der Plattform und verhalten sich genau wie diese — dieselben Auflösungen, dieselben Tabellen und Diagramme. Da eine Kennzahl organisationsweit gilt, funktioniert derselbe Block unverändert in einem Bericht für jede beliebige Anlage.
Was sich nicht definieren lässt
Einige Größen berechnet die Plattform selbst; verwenden Sie dafür die vorhandenen Elemente, statt sie nachzubauen:
- Performance Ratio und Sollproduktion — nutzen Sie die von der Plattform berechneten Elemente, die auch als Bausteine zur Verfügung stehen.
- Abrechnung von Abregelungen — ergibt sich aus Ihrer Markt- und Tarifkonfiguration.
- AC-Nennleistung je Wechselrichter — wird nicht je Wechselrichter gespeichert und lässt sich daher nicht referenzieren.
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